Stundenlied

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock hat zehn geschlagen.
Zehn Gebote setzt Gott ein
gib, daß wir gehorsam sein.

Menschen wachen, kann nichts nützen
Gott muß wachen, Gott muß schützen.
Herr durch deine Güt’ und Macht,
gib uns eine gute Nacht.

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock hat elf geschlagen.
Elf der Jünger blieben treu
gib, daß wir im Tod ohn’ Reu.

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock zwölf geschlagen.
Zwölf das ist das Ziel der Zeit
Mensch bedenk die Ewigkeit.

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock hat eins geschlagen.
Eins ist allein der der einige Gott
der uns trägt aus aller Not.

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock hat zwei geschlagen.
Zwei Weg’ hat der Mensch vor sich
Herr, den rechten lehre mich.

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock hat drei geschlagen.
Drei ist eins, was göttlich heißt:
Vater, Sohn und heiliger Geist.

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock hat vier geschlagen.
Vierfach ist das Ackerfeld
Mensch, wie ist dein Herz bestellt.

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock hat fünf geschlagen.
Woll’n die Hessen durch das Tor
keine Angst, wir stehn davor.

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock hat sechs geschlagen.
In sechs Tagen schuf Gott die Welt,
gib das sie noch lange hält.

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock hat sieben geschlagen.
Sieben Sakramente setzt Gott ein
drum läßt er uns nicht allein.

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock hat acht geschlagen.
Acht Uhr ziehn wir auf die Wacht
geben auf Euch Bürger acht.

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock hat ...... geschlagen.
Patronatsfest das ist heut’
Schützenfest ist nicht mehr weit.

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen
unsre Glock hat ..... geschlagen.
Sturmi wirkte manches Jahr
Herr, den Glauben uns bewahr.

 

Segen der Nacht

Getreulich macht er seinen Gang
durch breite Straßen, enge Gassen.
So ging er all die Jahre lang
dahin des Weg’s still und gelassen.

Und alle Stunde gibt sein Mund
dem Schlafenden des Wachseins Kunde.
Ihn kennt im Städtchen jeder Hund
und schlägt kaum an bei seiner Runde.

Es ging dahin so manche Nacht
mit ihrem Schauder, ihrem Segen.
Der Alte hat genug gewacht
und darf sich nun zur Ruhe legen.

 

Text:  Nach einem Gedicht des Belecker Heimatdichters Franz Kesting

Musik: Franz-Josef Schiermeister, Belecker Nachtwächterzunft

 

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